Corona-Prävention im Flüchtlingscamp

Für die Rohingya in den Flüchtlingscamps im Süden von Bangladesch ist das Leben seit Jahren ein täglicher Kampf – auch ohne Corona-Virus. Nun haben erste Fälle der Lungenkrankheit die Flüchtlingslager erreicht. Es droht eine humanitäre Katastrophe. HEKS hat wichtige Vorarbeit geleistet, um die Gesundheitszentren in den Camps möglichst gut vorzubereiten.

«Ein Ausbruch der Corona-Pandemie hier in den überfüllten Rohingya-Flüchtlingslagern wäre katastrophal», sagt Dr. Mohammad Arif Hossain, Arzt im Sadar Spital in Cox’s Bazar, einer Region im Süden von Bangladesch, wo rund 900’000 Rohingya-Flüchtlinge in teils improvisierten Lagern leben. «Die Menschen leben auf engstem Raum zusammen. Die hygienischen Bedingungen sind schlecht. Sogar die Gesundheitszentren haben oft nur mangelhafte sanitären Einrichtungen, geschweige denn ausreichende Einrichtungen für die Intensiv-Pflege.»

Ein laufendes HEKS-Nothilfeprojekt trägt in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO massgeblich dazu bei, dass Gesundheitszentren in den Rohingya-Camps bestmöglich auf die Corona-Krise vorbereitet sind. Seit einem Jahr werden in rund 100 Gesundheitszentren und Spitälern in den Flüchtlingscamps WASH FIT-Schulungen (WASH FIT = Water and Sanitation for Health Facility Improvement Tool) für ÄrztInnen und Pflegepersonal durchgeführt mit dem Ziel, die Standards in den Zentren zu verbessern und Infektionsrisiken zu minimieren.

Im Rahmen des Trainings wird auch das An- und Ausziehen der Schutzkleidung geübt, denn die WHO hat festgestellt, dass rund zwei Drittel des medizinischen Personals die richtige Technik nicht beherrschen. 

Nach dem Training werden die Gesundheitseinrichtungen dabei beraten, wie sie die nötigen WASH-Standards Schritt für Schritt umsetzen können, dass zum Beispiel genügend Handwascheinrichtungen vorhanden sind, Seife zur Verfügung gestellt und korrekte Abfall- und Abwasser-Entsorgungsmethoden eingeführt werden.

«Wir sind besser vorbereitet»

Zum Beispiel im staatlichen Gesundheitszentrum Ukhiya Upazila mit 50 Betten, wo täglich rund 200 Menschen behandelt werden und wo rund 62 Personen, unter ihnen 20 Ärzte, arbeiten. Insgesamt hat HEKS hier 14 Schlüsselpersonen ausgebildet. Einer von ihnen ist Doktor Asaduzzaman Khan, der dem Projekt nur Gutes abgewinnen kann: «Wir arbeiten nun schon neun Monate mit den neuen WASH-Standards und wir können die Resultate deutlich sehen. Jetzt haben in unserem Zentrum alle jederzeit Zugang zu sauberem Wasser und zu Seife und das Abfallentsorgungssystem wurde verbessert. Das Training hat die Sicherheit im Bereich der Infektionsprävention deutlich verbessert.»

Eine einfache Handwasch-Einrichtung in einem Gesundheitszentrum trägt zur besseren Hygiene bei.

Eine einfache Handwasch-Einrichtung in einem Gesundheitszentrum trägt zur besseren Hygiene bei.

Im Jamtoli-Flüchtlingscamp leben rund 50'000 Rohingya-Flüchtlinge.

Im Jamtoli-Flüchtlingscamp leben rund 50'000 Rohingya-Flüchtlinge.

Im Jamtoli-Flüchtlingscamp leben rund 50'000 Rohingya.

Es fehlt an Schutzausrüstung

Bina Chakma ist Krankenschwester im Ukhiya Upazila Spital. Sie ist ebenfalls überzeugt, dass das Projekt von HEKS das Gesundheitszentrum besser vorbereitet hat auf einen möglichen Ausbruch der Pandemie in den Flüchtlingslagern. Was ihr und dem restlichen Personal jedoch Sorgen bereitet, sind die niedrigen Bestände an Schutzausrüstung, wie Handschuhe, Gesichtsmasken oder Schutzbrillen. «Jeden Tag, wenn wir die Station der Patienten mit Atemwegserkrankungen verlassen, müssen wir uns Sorgen machen, dass wir uns mit dem Corona-Virus angesteckt haben und es an andere Patienten weitergeben könnten», sagt sie.

Wenn die persönliche Schutzausrüstung fehlt, setzt sich das medizinische Personal erheblichen Risiken aus – oder erscheint aus Angst nicht mehr zur Arbeit, was bei einem Ausbruch der Krankheit zu verheerendem Personalmangel führen würde.

Neben den Schulungen versorgt HEKS die Gesundheitszentren in den Camps mit zusätzlichen Hygiene-Kits.

Neben den Schulungen versorgt HEKS die Gesundheitszentren in den Camps mit zusätzlichen Hygiene-Kits.

«Jeden Tag, wenn wir die Station der Patienten mit Atemwegserkrankungen verlassen, müssen wir uns Sorgen machen, dass wir uns mit dem Corona-Virus angesteckt haben und es an andere Patienten weitergeben könnten»
Bina Chakma, Krankenschwester im Ukhiya Upazila Spital.

HEKS baut seine Aktivtäten aus

In der gegenwärtigen Krise setzt HEKS alles daran, den Gesundheitseinrichtungen Zugang zu zusätzlichen Hygieneprodukten zu ermöglichen und die Hygienestandards in den Einrichtungen laufend weiter zu verbessern. Die WASH-FIT Kurse werden in den kommenden Wochen und Monaten auf weitere Gesundheitszentren ausgeweitet.

Ausserdem verteilt HEKS in den Flüchtlingscamps wie auch in den Dörfern rund um die Camps Hygiene-Kits, klärt die Menschen über das Virus auf und schult sie in den wichtigsten Präventionsmassnahmen wie korrektem Händewaschen mit Seife. 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

In Kleingruppen und unter Achtung der Abstandsregeln klären HEKS-Mitarbeitende die Menschen in den Flüchtlingscamps und in den umliegenden Dörfern über das Virus und über die nötigen Präventionsmassnahmen wie etwa korrektes Händewaschen auf.

Ausserdem verteilt HEKS in den Flüchtlingslagern wie auch in den umliegenden Dörfern zusätzliche Hygieneprodukte und Nahrungsmittelpakete.

Unterstützen Sie Menschen, die durch den Coronavirus in Not geraten sind!

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