Ein besseres Leben
in Kivu

Wie Menschen im Kongo
ihre Landwirtschaft vorantreiben.

Trotz ihrem Rohstoffreichtum zählt die Demo­kratische Republik Kongo (DRK), bedingt durch jahrzehntelange Ausbeutung, Korruption, jahrelange Kriege und ständige Bevölkerungs­zu­nahme, zu den ärmsten Ländern der Welt. Besonders von Armut betroffen sind die Menschen in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu.

Dort wird vor allem Landwirtschaft betrieben. Doch viele moderne Betriebe wurden aufgegeben oder liegen brach – wegen Plünderungen, der unsicheren politischen Lage und des Preiszerfalls landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Der Mangel an Dünger, fehlende landwirtschaftliche Infrastrukturen und schlechte Strassen sind weitere Gründe für den Zerfall der Betriebe.

Die KleinproduzentInnen in dieser Region sind mit grossen Problemen konfrontiert. Es fehlen nachhaltige landwirtschaftliche Anbaumethoden und eine gute Organisation, damit landwirtschaftliche Produkte fachgerecht hergestellt und ihr Absatz sichergestellt werden können.

HEKS hilft zusammen mit seinen lokalen Partnerorganisationen, die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen von KleinproduzentInnen und Kleinbauernfamilien zu verbessern. Darüber hinaus werden Kooperativen aufgebaut und gestärkt. Zudem unterstützt HEKS die KleinproduzentInnen, damit sie verbriefte Landrechte erhalten. Denn ein Stück Land, das sie bebauen können, ist für die meisten Menschen hier die einzige Lebensgrundlage.

Leidende Zivilbevölkerung

Die politische und wirtschaftliche Situation in der Region Nord-Kivu ist sehr schwierig: Seit Mitte der 1990er-Jahre leidet die Zivilbevölkerung im Osten des Landes unter bewaffneten Konflikten und Kriegen. Diese haben bereits unzählige Menschenleben gefordert. Grosse Teile der Bevölkerung sind zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden, die soziale Infrastruktur wurde zerstört.

Eine Parzelle Land hat für Kleinbauernfamilien grosse wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Besonders in der Provinz Nord-Kivu haben viele KleinbäuerInnen keinen verbrieften und somit gesicherten Zugang zu dem Land, das sie bewirtschaften.

Immer wieder kommt es zu Konflikten. Grund dafür ist die zeitgleiche Umsetzung zweier unterschiedlicher Landverteilungssysteme, welche teilweise im Widerspruch zueinander stehen: das traditionelle und nicht schriftlich dokumentierte Landverteilungssystem und das im kongolesischen Recht verankerte, aber veraltete Landverteilungssystem.

HEKS unterstützt KleinproduzentInnen in Nord- und Süd-Kivu

HEKS unterstützt KleinproduzentInnen in Nord- und Süd-Kivu

Ein eigenes Stück Land ernährt die ganze Familie.

Damit Kleinbauernfamilien ihre Landparzellen sichern können, werden sie in Nord-Kivu von der HEKS-Partnerorganisation «Aide et Action pour la Paix» (AAP) über das bestehende Landrecht und ihre eigenen Rechte zum Erwerb von Landtiteln aufgeklärt. Kleinbauernfamilien, die Opfer einer widerrechtlichen Verteilung von Land sind, sollen geschützt und unterstützt werden, damit sie ihre Rechte geltend machen können.

In Radiosendungen und Veranstaltungen erfahren Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, wie sie ihr Nutzungsrecht oder ihren Landbesitz registrieren lassen können. AAP hat darüber hinaus die lokalen Bauernorganisationen zusammengeführt und mit ihnen Forderungen für eine gerechte Landreform erarbeitet. 18 Forderungen sind vom regionalen Landforum aufgenommen und an die kongolesische Regierung weitergeleitet worden.

Dank HEKS erhalten jährlich mehr als 1000 Menschen Zugang zu einem Stück Land, von dem sie leben können.

Auch Julienne hat heute ihr eigenes Stück Land.

Ohne Unterstützung von HEKS wäre Julienne wohl kaum zu einem Stück Land gekommen. Denn die Rechtslage In Kongos Provinz Nord-Kivu ist kompliziert. Hier herrscht ein Gewohnheitsrecht, das dem staatlichen Recht teilweise zuwiderläuft. Deshalb häufen sich die Landkonflikte. Und der Besitz von Landtiteln wird immer wichtiger. Viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern haben schon erlebt, was Julienne widerfahren ist: Sie wurden vom Land vertrieben, das sie schon seit Jahren bestellt hatten.

Die Mitarbeitenden der HEKS-Partnerorganisation «Aide et Action pour la Paix» (AAP) klären die ländliche Bevölkerung über ihre Rechte auf und informieren sie über die Schritte, die für eine Landregistrierung notwendig sind. Sie schlichten Konflikte, indem sie Konfliktparteien an einen Tisch bringen. Und sie vernetzen Bauernorganisationen untereinander, damit diese ihre Forderungen im aktuellen Landreform-Prozess einbringen können.

Eine bessere Ernte

KleinproduzentInnen bringen Mais und Maniok auf den Markt

Neben der Klärung und Sicherung von Landrechten will HEKS die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen der ProduzentInnen von Maniok und Mais im Gebiet Rutshuru verbessern. Direkt profitieren davon 1290 Haushalte, die fünf verschiedenen Landwirtschaftskooperativen angehören. Die Kooperativen, in denen die ProduzentInnen organisiert sind, sollen die Produkte ihrer Mitglieder besser vermarkten und deren Interessen schützen. Ziele sind die Entwicklung eines integrativen und effizienten Marktsystems zugunsten der ProduzentInnen von Mais und Maniok, die Entwicklung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion und die Stärkung der HEKS-Partnerorganisation «Centre de Développement Rural de Kibututu» (CEDERU).

Masika, 71 Jahre, Mais-Produzentin

Eine der MaisproduzentInnen, die von HEKS unterstützt werden, ist Masika Sibiholya. Sie kümmert sich um fünf Kinder. Das Jüngste ist noch in der Grundschule die anderen besuchen die Sekundarschule.

«Früher baute ich mein Land allein an, aber ohne jegliche Kenntnisse der Landwirtschaft. Deshalb habe ich fast nichts geerntet. Heute weiss ich, wie ich den Mais pflanzen und dann anschliessend ernten, aussortieren und trocknen muss. Ich bin Mitglied der lokalen Genossenschaft der ProduzentInnen und VerkäuferInnen von Agrarprodukten von Kiwanja».

Im Jahr 2017 konnten dank HEKS 414 Mais- und Maniok-ProduzentInnen begleitet und ausgebildet werden. Die Hälfte davon sind Frauen. Sie arbeiten in insgesamt fünf Landwirtschaftskooperativen. Das Einkommen der unterstützten Haushalte ist von 39 auf 44 US-Dollar im Monat gestiegen. Die Familien konnten so ihre Ernährung und ihre Wohnsituation verbessern sowie das Schulgeld für ihre Kinder bezahlen.

Föderung der ProduzentInnen in
Süd-Kivu

Auch in Kalehe in Süd-Kivu sind die KleinproduzentInnen und Kleinbauernfamilien mit grossen Problemen konfrontiert. Unterstützt werden von HEKS und seiner Partnerorganisation «Action pour le Développement des Milieux Ruraux» (ADMR) KleinproduzentInnen mit geringem Einkommen, die in Kooperativen zusammengeschlossen sind. 

Eine von Ihnen ist Heri Julienne. Sie ist Mutter von drei Kindern. Sie hat im Rahmen des HEKS-Programmes Trainingskurse zum Thema Kohlanbau besucht. Sie lernte das Land zu bestellen, den Kohl auszusäen und richtig zu kultivieren. Sie ist Mitglied im Dorfverband «AVEC», eine lokale Spar- und Kreditgruppe und Mitglied der von HEKS aufgebauten lokalen landwirtschaftlichen Genossenschaft «COAPAKA».

«Dank der Ausbildungskurse züchte ich nun meinen eigenen Kohl. Mit dem Geld, das ich dadurch verdient habe, und mit Hilfe des Dorfverbandes konnte ich einen kleinen Laden eröffnen. Mein Mann hat keine Arbeit. Das Einkommen aus dem Feld erlaubt es mir, meine Kinder zu ernähren, ihnen Kleider zu kaufen und das Schulgeld zu bezahlen.» 

Dank HEKS und seinen Partnerorganisationen konnten im letzten Jahr 1649 KleinproduzentInnen in Nord- und Süd-Kivu unterstützt werden. Sie konnten dank Weiterbildung ihre Produktion und somit ihre Einkommen verbessern. 790 Personen (davon 358 Frauen) erhielten Zugang zu einem Stück Land, das sie bebauen und so ihren Lebensunterhalt verdienen können.

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