Vom Elend ins Elend

Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch

Mehr als 700’000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya leben seit den gewalttätigen Übergriffen des myanmarischen Militärs im August 2017 in Bangladesch. An eine Rückkehr nach Myanmar ist gegenwärtig nicht zu denken. Für die Menschen in den Flüchtlingscamps ist das Leben ein täglicher Kampf.

In der Region Cox's Bazar im Süden von Bangladesch leben über 100'000 Flüchtlinge. Die Hälfte davon lebt im Flüchtlingscamp «Jamtoli» , wo HEKS Humanitäre Hilfe leistet. 50'000 Menschen leben hier auf engstem Raum. Ihre Hütten aus Bambus und Plastikplanen reihen sich auf den frisch gerodeten Hügeln umgeben von Reisfeldern der einheimischen Bevölkerung. 

Besonders während des Monsuns im Juni und Juli ist das Leben im Camp beschwerlich. Durch die heftigen Regenschauer wird das Lager extrem schlammig und die unbefestigten Trampelpfade im Lager verwandeln sich in kleine Flüsse. Die einfachen Hütten aus Bambus und Planen halten dem Regenwasser und dem Schlamm nur schwer stand. Die abgeholzten Hänge drohen abzurutschen.

Das Camp «Jamtoli»

Das Camp «Jamtoli»

Wegen der Flüchtlinge hat sich die Bevölkerungszahl im Unterdistrikt Ukhia verfünffacht, wodurch die Flüchtlingskrise auch enorme Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung hat. So holzen die Rohingya die umliegenden Wälder ab, um aus dem Reis, dem Öl, und den Linsen, die sie im Rahmen des Welternährungsprogramms verteilt erhalten, einfache Mahlzeiten zu kochen. Da Brennstoff vergleichsweise teuer ist, sind die Camp-BewohnerInnen gezwungen, in den umliegenden Wälder nach Brennholz zu suchen. Immer wieder kommt es deshalb zu Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung, die gelernt hat, ihren Wald zu pflegen und nachhaltig zu nutzen. Jetzt wird dieser durch einen rasanten Kahlschlag zerstört.

Auch die Kinder, die für ihre Familien im Camp Holz sammeln müssen, leiden unter den Spannungen:

«Wir müssen immer Seifen mitnehmen, die wir an die Einheimischen abgeben. Wenn wir keine Seife dabei haben, behandeln sie uns sehr schlecht und wir dürfen kein Holz sammeln.»
Jasmina, 10 Jahre

Gemeinschaftsküche

Ein Ort zum Kochen und ein Treffpunkt für Frauen.

Gemeinschaftsküchen haben eine wichtige soziale Funktion für Frauen, die nur sehr wenig Zugang zum öffentlichen Raum haben: Hier treffen sie sich und können sich austauschen.

Zwei mal am Tag können sie kostenlos in der Küche mit Gas kochen und müssen im Wald kein Holz mehr sammeln.

HEKS baute 52 Gemeinschaftsküchen für 1300 Familien.

«Ich heisse Abida Khatun. Ich wohne hier im Camp im Block D-13.

In Myanmar haben wir grosses Leid erlebt. Darum sind wir geflohen und suchen nun Schutz hier in diesem muslimischen Land. Aber die Einheimischen behandeln uns schlecht; zum Beispiel wenn wir in der Umgebung nach Holz suchen müssen. Aber ohne Feuerholz sind wir nicht in der Lage für unsere Kinder zu kochen.

Sie haben diese Küche gebaut und uns Frauen zur Verfügung gestellt. Hier können wir gemeinsam kochen und sind sicher vor körperlichen Übergriffen. Hier haben wir einen Unterschlupf und treffen wir uns für geselliges Beisammensein oder Veranstaltungen.

Wir können dieses Gebäude auch als Unterstand benutzen wenn es stark regnet und windet. Dann kommen wir mit unseren Kindern hierher und bringen uns in Sicherheit.

Wir sind sehr glücklich und dankbar, diese Einrichtungen zu haben.»

Spenden Sie jetzt.

Eine Lösung der Rohingya-Krise ist leider nicht in Sicht. Die Menschen haben Angst, nach Myanmar zurückzukehren, wo sie nicht sicher wären. HEKS wird weiterhin Humanitäre Hilfe leisten und braucht deshalb ihre Unterstützung!

Für weitere Informationen zu unserer Nothilfe in Bangladesch besuchen sie unsere Webseite.