Wir glauben an Menschen
Hinter der Kamera mit Ruth Erdt
Die Porträtbilder für die HEKS-Kampagne «Wir glauben an Menschen» wurden von der Künstlerin Ruth Erdt realisiert. Sie lebt in Zürich Schwamendingen und hat die Menschen in ihrem Atelier fotografiert.
Weshalb hast du an diesem Projekt teilgenommen? Was war deine Motivation?
Ich liebe es, Menschen zu porträtieren und Menschlichkeit zu vermitteln – das Individuelle und das Gemeinsame herauszuarbeiten. Zudem hat mich das starke Konzept von HEKS überzeugt.
Inwiefern ist soziales Engagement auch ein Thema in deiner künstlerischen Praxis?
Das ist ein wichtiger Aspekt für mich, weil ich mit jedem Menschen als soziales Wesen agiere und nicht nur ein Abbild suche – ich nehme mir Zeit und hole den Menschen dort ab, wo er sich befindet. Ich möchte auch etwas geben können. Für mein letztes Buch, «K12 – Schwamendingen», für das ich über 15 Jahre lang Menschen aus dem Quartier fotografiert habe, war ich in verschiedenen Rollen sozial engagiert: als Vermittlerin und Vernetzerin, als Ansprechpartnerin, ich habe Kultur ins Quartier gebracht und Bewegung, vielleicht auch eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl.
Was ist dir beim Fotografieren/Porträtieren von Menschen besonders wichtig?
Mir ist die Begegnung mit den Menschen wichtig, der authentische Moment. Ich begegne ihnen mit Empathie, Achtung und Respekt. Ich trete ihnen gegenüber, ohne sie in eine Richtung zu drängen, ich möchte ihren Charakter herausarbeiten, sie zeigen, wie sie sich wohlfühlen und wenn sie bei sich sind.
Wie hast du das Shooting mit den 20 so unterschiedlichen Menschen erlebt?
Es war eine tolle Erfahrung, so unterschiedliche Menschen aus so unterschiedlichen Kulturen kennenzulernen und mit ihnen individuell zu arbeiten. Die Menschen haben mich berührt und bewegt, wir haben zusammen gelacht und sie bleiben mir in bester Erinnerung.
Text: Bettina Filacanavo
Fotos: Ester Unterfinger